Noch 20 Jahre Lärm?!

AToKK im Gespräch mit Bahn und Gemeinde

Bürger sollen sich bemerkbar machen

GUNDELFINGEN (6.07.2015). Die Bürgerinitiative AToKK e.V. begrüßt die Neuigkeiten zum 3. und 4. Gleis. „Bahn, Bund und Land sind sich einig geworden, dass die Menschen entlang der Nord-Süd-Tangente von Lärm entlastet werden müssen“, resümiert Karl-Christof Paul als Vorsitzender das Ergebnis der Verhandlungen. „Es ist gut, dass es eine neue Trasse entlang der Autobahn gibt“.

Und weiter: „Wir freuen uns auch für die dortigen Menschen, dass Bund Land und Bahn über das gesetzliche Maß hinaus zwei Milliarden zusätzlich für Lärmschutz investieren.“

Für Anwohner der alten, bestehenden Trasse bedeutet die neue Trasse allerdings bis dato keine Verbesserungen. „Wir können nicht 20 Jahre warten, bis hier ein durchgängiger Lärmschutz kommt“, so Paul. „Wir fordern eine Gleichbehandlung der Menschen entlang der Trassen und einen wirkungsvollen Lärmschutz an der Alten Trasse so schnell wie möglich!“

Die bestehenden Lärmschutzmaßnahmen entsprächen nicht mehr den heute erforderlichen Schallschutzanforderungen. Ganz verheerend ist die Situation in den Bereichen, in denen bis jetzt gar kein Lärmschutz vorhanden ist. „Jeder, der an der Bahnlinie wohnt, merkt, dass die Fahrfrequenzen und die Lärmbelästigungen zunehmen“, so Paul. Dies könnten Bahn und Politik nicht ignorieren. Auch die Schleifarbeiten, nach denen die Fahr- und Bremsgeräusche auf dem Gleiskörper seit Wochen lauter und quietschender geworden sind, stellen massive akustische Belastungen dar. Und das nicht nur für Anwohner entlang der Bahnstrecke. Auch in Wildtal und in der Ortsmitte Gundelfingens sind die Geräusche zu hören.

Nach dem Gespräch im Bundesverkehrsministerium in Berlin im Dezember 2014 mit Staatssekretär Enoch Ferlemann und Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter wendet sich ATOKK nun an den Konzernbevollmächtigen der Deutschen Bahn, Sven Hantel. Bei einem Ortstermin soll die akute Situation besprochen werden.

Bis dahin führt AToKK auch vor Ort Gespräche mit den politisch Verantwortlichen. Bei einem Termin it Bürgermeister Raphael Walz wird AToKK die Gemeinde Gundelfingen auffordern, sich noch mehr als bisher für ein Lärmschutzkonzept zu engagieren. Als ersten Schritt schlägt AT0KK umfassende Lärmmessungen der Gemeinde vor. “Wir brauchen eine Datengrundlage, um mit neutralen Fakten auf die Lärmproblem Gundelfingens aufmerksam zu machen“, ist sich der Vorstand Manfred Cremer sicher. „Da muss auch die Gemeinde ihre Hausaufgaben machen“.

Zudem fordert AToKK auch die Bürger auf, sich mit Ihren Fragen und Anliegen an Gemeinde, Land, Bund und Bahn zu wenden. Erste Schreiben von Bürgern gegen die schrill tönenden, geschliffenen Schienen gingen bereits bei der Bahn ein.

„Wir müssen uns bemerkbar machen“, so Cremer. „Sonst wird es noch 20 Jahre Bahnlärm in Gundelfingen geben“.

Hintergrund:

In Gundelfingen zweigt die jetzige Güterbahnlinie vom normalen Gleis ab. Erst im Markgräfler Land kommen Güter- und Personenverkehr wieder zusammen. Daher hat Gundelfingen eine eindeutige Sonderstellung. Lärmschutzmaßnahmen wurden in Gundelfingen nur in 30 Prozent des betroffenen Gebiets umgesetzt, allerdings nach den damaligen Standards, die sicher nicht mehr dem neusten Stand der Technik entsprechen. Der Lärmschutz besteht nur abschnittsweise, nach der immer noch bestehenden gesetzlichen Regelung, was einem Flickenteppich entspricht.

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